Lehrmaterial: Das Aufsuchen der Erze

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Vorbemerkungen

Kaum einer Lehrperson wird es möglich sein, den Schülern einen Zugang zu einem deutlich erkennbaren Erzvorkommen durch Anschauung im vorbereitenden Unterricht zugänglich zu machen. Ausnahmsweise kann dies nur bei den Schulen gelingen, in deren Nähe Eisenerz abgebaut wurde. Dies setzt jedoch eine gute Ortskenntnis voraus oder/und die Bereitschaft ortskundiger Bergbaufachleute, bei Exkursionen auf noch sichtbare Erzvorkommen hinzuweisen.

Methodik

Den vorstehenden Anmerkungen entsprechend, ist bei der unterrichtlichen Behandlung der Frage, wie es gelang, Eisenerz aufzufinden, auf geeignetes Unterrichtsmaterial einzugehen. Wenn irgend möglich, sollten Eisenerze jedoch „begreifbar“ vorhanden sein. (Mineraliensammler fragen!)
Die unterschiedlichen Methoden zum Auffinden von Eisenerzgängen sollten dem Grundschüler nur in Auswahl vorgestellt werden. Schüler der Sek.-Stufe I sind fähig, weitere Verfahren zu verstehen, in der gymnasialen Oberstufe zusätzlich auch die Methoden der Fernbohrungen und der Seismik.

Vorschlag zur Verwendung der Arbeitsmaterialien
Grundschule: AM 2.1, AM 2.2, AM 2.3
Sekundarstufe 1: AM 2.4, AM 2.5

Alle Materialien (AM 2.1 – AM 2.5) bieten ausreichend Anlass zu Vermutungen und Beschreibungen durch die Schüler. Sie sollten in Auswahl und als Kopie für die Schülerarbeitsmappe verwendet werden. Schülern höherer Klassen der Sek.-Stufe I und der gymnasialen Oberstufe kann zusätzlich im Lehrervortrag vermittelt werden, dass bei Mutungen (= Antrag beim zuständigen Bergamt auf Erlaubnis zum Abbau entdeckter Erze) der Finder den „Fundpunkt“ so weit frei zu legen hatte, dass die Erzart, die Einfallrichtung und die Breite des Erzganges erkennbar waren.

Didaktik

Den Schülern muss vermittelt werden, dass sich das Auffinden von Eisenerz im gesamten Siegerländer-Wieder Eisenerzrevier sehr schwierig gestaltete. Eine Übersichtskarte zum Standort der Gruben im Bergbaumuseum des Landkreises Altenkirchen in Herdorf-Sassenroth zeigt die relativ wenigen Fundpunkte in diesem Bereich. Im Lehrervortrag, besonders bei höheren Klassen der Sek.-Stufe I und in Klassen der gymnasialen Oberstufe, kann auf Georg Agricola: Die „12 Bücher vom Bergbau“;1556, verwiesen werden, der eine Auflistung von Methoden zum Auffinden von Erzen erstellt:

  • die zufällige Entblößung der Erdoberfläche und Freilegung darunter befindlicher Erze; etwa durch Abschwemmungen, Bergrutsche, Erdbeben, durch aufgerichtete Wurzelteller, (…)
  • gezielt vorzunehmende Schürfarbeiten (s. o.)
  • Untersuchung der Flora auf so genannte „Zeigerpflanzen“. (Das Wissen um diese Methode scheint unterdessen verloren gegangen zu sein.)
  • Untersuchung stehender und fließender Gewässer auf Erzsande und Erzschlämme.
  • Beobachtung der Böden beim Pflügen
  • Untersuchung der Erdoberfläche bei Reif (Anmerkung: Auf Erzgängen setzt die Reifbildung wegen der in ihnen enthaltenen höheren Erdwärme später ein.)
  • Das Wünschelrutengehen.


(Vgl. Agricola, Georg: Zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen 1556. Hrsg. Agricola-Gesellschaft beim Deutschen Museum zur Förderung der Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik e.V. Düsseldorf 1978, 5 Auflage, S. 27ff.)
Das Wissen über modernste Methoden zur Entdeckung von Erzvorkommen können Schüler der gymnasialen Oberstufe sich selbst aneignen. Stichwörter: Fernbohrungen, seismische Messungen.

Materialien

Die folgend aufgeführten Materialien können einzeln abgespeichert und im Unterricht verwendet werden. Alternativ kann die Gesamtmappe "Aufsuchen der Erze" im PDF Format heruntergeladen werden.


AM 2.1 Finden von Eisenerz an der Erdoberfläche

Das Material zeigt das Auflesen von Erzstücken an der Erdoberfläche (Zufallsfunde).

AM 2.2 Aufsuchen der Erze durch Moltern

Das Material zeigt (oben im Bild) das Suchen nach „Raseneisenerz“ an der Erdoberfläche.

AM 2.3 Gewinnung von Raseneisenerz

Das Material zeigt, wie an Fundstellen die Erde nach „Gangvorkommen“ schon aufgegraben wird.

AM 2.4 Schürfen nach einem Erzgang

Das Material zeigt, wie an Fundstellen die Erde nach „Gangvorkommen“ schon aufgegraben wird.

AM 2.5 Aufsuchen der Gänge mit Wünschelrute und Schürfarbeiten

Das Material zeigt die bis heute wegen ihrer Zuverlässigkeit umstrittene Methode des „Wünschelrutengehens“. Ferner werden schon das erste „Einschlagen“ und im Gange befindliche Schürfarbeiten dargestellt.</div>