Zwangsarbeiterlager (Wissen): Unterschied zwischen den Versionen

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Fast alle Metall verarbeitenden Betriebe und Bergwerke
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Fast alle metallverarbeitenden Betriebe und Bergwerke im Westerwald beschäftigten während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Diese waren in insgesamt 22 Unterkünften im Kreis Altenkirchen untergebracht. Sie arbeiteten in Bergwerken, Hütten, Walzstraßen, Steinbrüchen und auf dem Feld. Das Weißblech-Walzwerk in Wissen, ein Betrieb der späteren Nachfolgegesellschaft Hoesch Siegerlandwerke AG, beschäftigte während des Krieges offensichtlich die meisten Kriegsgefangenen und Fremdarbeiter.<br>
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im Westerwald hatten während des Zweiten
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Weltkrieges Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene
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Am östlichen Rand des heutigen Gewerbegebietes zeugen noch die erhaltengebliebenen Latrinen des Zwangsarbeiterlagers von den Lebensbedingungen zu dieser Zeit. Die Fundamente der Baracken sind im umliegenden Gelände noch erkennenbar.<br>
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beschäftigt. Die Zwangsarbeiter waren in 22
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Unterkünften im Kreis Altenkirchen untergebracht.
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Nach Angaben der Betriebsverwaltung waren in der Zeit von Januar 1943 bis Frühjahr 1945 insgesamt 1.479 Personen als ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene im Walzwerk Wissen beschäftigt:<br>
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Sie arbeiteten in Bergwerken, Hütten, Walzstraßen,
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Steinbrüchen und auf dem Feld.
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* Russische Zivilarbeiter: 250 Männer und 370 Frauen
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Das Weißblech-Walzwerk in Wissen, ein Betrieb der
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* Kriegsgefangene (nur männl.): 348 Franzosen, 51 Holländer, 240 Russen, 3 Polen, 57 Belgier, 203 Italiener, 2 Serben
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späteren Nachfolgegesellschaft Hoesch Siegerland-
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werke AG, beschäftigte während des Krieges
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Zur Beaufsichtigung der Gefangenen waren 25 Luxemburger einteilt. Zivilarbeiter und Kriegsgefangene setzte man in allen Bereichen des Werkes ein. Ferner wurden einige Zwangsarbeiter zu Erntearbeiten bei Landwirten der Umgebung abgestellt.<br>
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offensichtlich die meisten Kriegsgefangenen und
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Fremdarbeiter. Nach Angaben der
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Die Personen waren nach Nationalitäten getrennt in einem großen Barackenlager im Werksbereich, bestehend aus 12 Holzbaracken auf der Bornscheidt, untergebracht. Die Stuben waren oftmals für 18 Personen ausgelegt, nur 6,00 m x 7,00 m groß und mit Etagenbetten, einem langen Tisch und einigen Hockern
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Betriebsverwaltung waren in der Zeit von Januar
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ausgestattet. Die Verpflegung war, der allgemeinen Notsituation entsprechend, sehr schlecht. Die Gefangenen konnten unter Aufsicht des Lagerleiters zum Teil selbst ihre Mahlzeiten zubereiten. Trotz möglicher Strafen gab es in der deutschen Zivilbevölkerung manche, die den Gefangenen mit einem „Butterbrot“ halfen.<br>
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1943 bis Frühjahr 1945 insgesamt 1.479 Personen als ausländische Zivilarbeiter
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und Kriegsgefangene im Walzwerk Wissen beschäftigt:
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Die so genannten Ostarbeiter, insbesondere sowjetische Kriegsgefangene, unterlagen weit mehr den Repressalien, als das bei ihren westlichen Kameraden der Fall war:<br>
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a) Zivilarbeiter: Russen b) Kriegsgefangene (nur männl.)
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männlich 205 Franzosen 348 Holländer 51
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''„Zwei Ostarbeiterinnen hatten sich am 11. März 1945 aus einem von Bomben zerstörten Geschäft im Ort einiger auf der Straße verstreuter Textilien bemächtigt. Dieser Tatbestand wurde den beiden Russinnen im Alter von 19 und 24 Jahren als Plünderung zur Last gelegt. Das reichte nach den damaligen Gesetzen aus, um sie einige Tage später und kurz vor Kriegsende auf dem Wissener Waldfriedhof zu erschießen …“ ''<br>
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weiblich 370 Russen 240 Polen 3
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Italiener 203 Serben 2
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Bei Fliegerangriffen 1945 kamen 28 Lagerinsassen ums Leben. Die Fundamente der Baracken sind im umliegenden Gelände noch zu erkennen.<br>
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Belgier 57
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Zur Beaufsichtigung der Gefangenen waren 25 Luxemburger eingesetzt.
 
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Zivilarbeiter und Kriegsgefangene waren in allen Bereichen des Werkes
 
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eingesetzt. Ferner wurden einige Zwangsarbeiter bei Landwirten der Umgebung
 
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zu Erntearbeiten ausgeliehen.
 
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Die Personen waren nach Nationalitäten getrennt in einem großen Barackenlager
 
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im Werksbereich, bestehend aus 12 Holzbaracken auf der Bornscheidt,
 
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untergebracht. Die Stuben waren oftmals für 18 Personen ausgelegt, nur 6,00 m
 
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x 7,00 m groß und mit Etagenbetten, einem langen Tisch und einigen Hockern
 
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ausgestattet. Die Verpflegung war, der allgemeinen Notsituation entsprechend,
 
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sehr schlecht. Die Gefangenen konnten unter Aufsicht des Lagerleiters zum Teil
 
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selbst ihre Mahlzeiten zubereiten. Trotz möglicher Strafen gab es in der
 
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deutschen Zivilbevölkerung manche, die den Gefangenen mit einem „Butterbrot“
 
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halfen.
 
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Die so genannten Ostarbeiter, insbesondere sowjetische Kriegsgefangene,
 
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unterlagen weit mehr den Repressalien, als das bei ihren westlichen Kameraden
 
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der Fall war.
 
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zerstörten Geschäft im Ort einiger auf der Straße verstreuter Textilien bemächtigt.
 
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Dieser Tatbestand wurde den beiden Russinnen im Alter von 19 und 24 Jahren
 
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als Plünderung zur Last gelegt. Das reichte nach den damaligen Gesetzen aus,
 
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Waldfriedhof zu erschießen …“
 
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Bei Fliegerangriffen 1945 kamen 28 Lagerinsassen ums Leben.
 
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[[Kategorie: Verbandsgemeinde Wissen]]
 
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Aktuelle Version vom 27. November 2025, 12:36 Uhr

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Fast alle metallverarbeitenden Betriebe und Bergwerke im Westerwald beschäftigten während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Diese waren in insgesamt 22 Unterkünften im Kreis Altenkirchen untergebracht. Sie arbeiteten in Bergwerken, Hütten, Walzstraßen, Steinbrüchen und auf dem Feld. Das Weißblech-Walzwerk in Wissen, ein Betrieb der späteren Nachfolgegesellschaft Hoesch Siegerlandwerke AG, beschäftigte während des Krieges offensichtlich die meisten Kriegsgefangenen und Fremdarbeiter.

Am östlichen Rand des heutigen Gewerbegebietes zeugen noch die erhaltengebliebenen Latrinen des Zwangsarbeiterlagers von den Lebensbedingungen zu dieser Zeit. Die Fundamente der Baracken sind im umliegenden Gelände noch erkennenbar.

Nach Angaben der Betriebsverwaltung waren in der Zeit von Januar 1943 bis Frühjahr 1945 insgesamt 1.479 Personen als ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene im Walzwerk Wissen beschäftigt:

  • Russische Zivilarbeiter: 250 Männer und 370 Frauen
  • Kriegsgefangene (nur männl.): 348 Franzosen, 51 Holländer, 240 Russen, 3 Polen, 57 Belgier, 203 Italiener, 2 Serben


Zur Beaufsichtigung der Gefangenen waren 25 Luxemburger einteilt. Zivilarbeiter und Kriegsgefangene setzte man in allen Bereichen des Werkes ein. Ferner wurden einige Zwangsarbeiter zu Erntearbeiten bei Landwirten der Umgebung abgestellt.

Die Personen waren nach Nationalitäten getrennt in einem großen Barackenlager im Werksbereich, bestehend aus 12 Holzbaracken auf der Bornscheidt, untergebracht. Die Stuben waren oftmals für 18 Personen ausgelegt, nur 6,00 m x 7,00 m groß und mit Etagenbetten, einem langen Tisch und einigen Hockern ausgestattet. Die Verpflegung war, der allgemeinen Notsituation entsprechend, sehr schlecht. Die Gefangenen konnten unter Aufsicht des Lagerleiters zum Teil selbst ihre Mahlzeiten zubereiten. Trotz möglicher Strafen gab es in der deutschen Zivilbevölkerung manche, die den Gefangenen mit einem „Butterbrot“ halfen.

Die so genannten Ostarbeiter, insbesondere sowjetische Kriegsgefangene, unterlagen weit mehr den Repressalien, als das bei ihren westlichen Kameraden der Fall war:

„Zwei Ostarbeiterinnen hatten sich am 11. März 1945 aus einem von Bomben zerstörten Geschäft im Ort einiger auf der Straße verstreuter Textilien bemächtigt. Dieser Tatbestand wurde den beiden Russinnen im Alter von 19 und 24 Jahren als Plünderung zur Last gelegt. Das reichte nach den damaligen Gesetzen aus, um sie einige Tage später und kurz vor Kriegsende auf dem Wissener Waldfriedhof zu erschießen …“

Bei Fliegerangriffen 1945 kamen 28 Lagerinsassen ums Leben. Die Fundamente der Baracken sind im umliegenden Gelände noch zu erkennen.