Aufbereitungstrum (Berzhahn)

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Aufbereitungsturm (Berzhahn)
Infopunkt an der
Georoute Watzenhahner Riesen
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Steckbrief
Gebäude: Aufbereitungsanlage
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Der hohle Zahn von Berzhahn

Blickt man heute auf die Betonruine der ehemaligen Brecheranlage des Watzenhahner Steinbruchs, so erschließt sich dem Betrachter zunächst nicht, dass hier in Berzhahn einst die zu ihrer Zeit modernste Edelsplittanlage des Westerwaldes in Betrieb war. Sie wurde in den Jahren 1929 bis 1930 errichtet.

Das gewonnene Basaltgestein wurde zunächst im Steinbruch in einem Vorbrecher zerkleinert und dann mit einer Drahtseilbahn vom Watzenhahn herunter zur Aufbereitung transportiert. Noch heute beeindruckt die Ruine dieser Anlage durch ihre Größe.

Hier wurde der Basalt mittels elektrisch betriebener Brecher weiter zerkleinert und und mit Siebmaschinen in unterschiedliche Korngrößen klassiert. Die verschiedenen Schotter- und Splittkörnungen wurden in Silos gebunkert und konnten über Schüttschnauzen direkt in die Eisenbahnwaggons abgezogen werden. Die Silos sind heute noch gut zu erkennen, auch Reste der Beschriftung mit den jeweiligen Korngrößen sind noch vorhanden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden alle Maschinen demontiert und als Reparationsleistungen nach Frankreich verbracht. Übrig blieb nur noch das nutzlos gewordene Gebäude aus Beton und Ziegelsteinen. Die Einwohner des Umlands holten sich nach und nach die Ziegelsteine der Wände für den Hausbau. Übrig blieb das heute noch sichtbare Betongerippe – der hohle Zahl von Berzhahn.

Das ehemalige Bürogebäude neben der Aufbereitungsanlage wurde verkauft und wird heute als privates Wohngebäude genutzt. Auch die Seilbahn ist verschwunden, nur noch wenige Fundamentreste der Stützen lassen sich im Gelände ausmachen.

Und auch wenn sich manche über die Brecherruine ärgern: Der „hohle Zahn von Berzhahn“ ist einer der wenigen erhaltenen Zeugen des einst blühenden Basaltabbaus am Watzenhahn.

Verfasser: Roger Lang
Stand: 6/2022