Biogasanlage Birkenhof (Staudt)

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Biogasanlage Birkenhof
Infopunkt an der
Georoute Energiepfad Staudt
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Steckbrief
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Energie aus Biogas

In Biogasanlagen, wie hier auf dem Birkenhof, wird Biomasse mit Hilfe von Bakterien unter Ausschluss von Sauerstoff (anaerob) abgebaut. Hierbei entsteht Biogas. Je nach eingesetztem Material, z.B. Gülle aus der Landwirtschaft oder dafür angebauten Energiepflanzen, produzieren die Bakterien Biogas mit einem Methangehalt von 50 bis 75 %. Die Gärreste können später wieder als Dünger in der Landwirtschaft genutzt werden.

Aus Rohbiogas kann beispielsweise direkt vor Ort in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme gewonnen oder dieses sogar zu Erdgasqualität aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist werden. In Deutschland wurden im Jahr 2021 mehr als 9.000 Biogasanlagen mit einer Leistung von 32 TWh Strom betrieben. Hieraus konnten 5,4 % des Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt werden. Die Nutzung von Biogas als Energielieferant trägt vor allem zur Stabilisierung des Stromnetzes bei schwankender Sonnen- oder Windenergieausbeute bei, da Biogasanlagen grund- und spitzenlastfähig sind.

Bioenergie und die Nutzung fruchtbarer Flächen

Für die Produktion von Bioenergie werden für den Anbau der Energiepflanzen fruchtbare landwirtschaftliche Flächen benötigt. Das Umweltbundesamt (UBA) bewertet in mehreren Studien diesen Bedarf kritisch, da diese Flächen dann nicht mehr der ursprünglichen Nutzung, z.B. für die Lebens- oder Futtermittelproduktion zur Verfügung stehen.
Da in Deutschland die fruchtbaren Landwirtschaftsflächen begrenzt sind, kann rein rechnerisch die Anbaubiomasse künftig nur sehr gering zur Energieversorgung beitragen. Der Ausbau der Biomassenutzung stagnierte daher in den vergangenen Jahren. Positiver wird die Nutzung von Gülle oder biologischen Abfällen zur Biogaserzeugung gesehen.

Die Biogasanlage auf dem Birkenhof bei Staudt

Ursprünglich war der Birkenhof ein klassischer Landwirtschaftsbetrieb mit ca. 80 Hektar Nutzfläche und 30 Kühen für die Milchwirtschaft. Aufgrund eines hohen Investitionsstaus und schlechter wirtschaftlicher Aussichten auf dem Milchmarkt entschied man sich im Jahr 2004 zum teilweisen Umstieg auf Biogasproduktion. Ein Teil des Getreideanbaus wurde jedoch beibehalten.

Heute werden in dieser Biogasanlage pro Tag etwa 5.500 kWh Strom erzeugt. Dies entspricht einer Jahresleistung von etwa 2.000.000 kWh. Hierzu werden im Jahr etwa 4.500 Tonnen Anbaubiomasse und etwa 3.000 Tonnen Gülle, die von benachbarten Bauerhöfen stammen, verwendet. Nach der Vergärung werden die Reststoffe wieder als hochwertiger Dünger auf die Felder ausgebracht, wodurch ein Nährstoffkreislauf bei gleichzeitiger Stromerzeugung entsteht.

Verfasser: Christoph Eul
Stand: 7/2022

Literaturverzeichnis