Druidenstein Freilichtspiele (Herkersdorf)

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Druidenstein Freilichtspiele
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Eine Erinnerung am Druidenstein

Um die Geschichte der Freilichtbühne für die Allgemeinheit zu bewahren, trafen sich im Jahr 2024 Interessierte vom Ortsbeirat (Christian Bauer, Matthias Hambürger und Stephan Kreps) mit Zeitzeugen und ehemaligen Akteuren (Hans Hambürger, Hans Schmidt, Hermann-Josef Hellinghausen, Manfred Solbach, Felix Kreps und Bernd Schmidt), um Bildmaterial aus ihren Privatarchiven und die Historie gemeinsam zusammenzutragen.

In Kooperation mit Sven Wolff von der Stabsstelle für Vereine, Ehrenamt und Touristik der Verbandsgemeinde Kirchen (Druiden.Hexen.SiegerLand) sowie der Stadt Kirchen (Sieg) wurden die Info-Tafeln dann erstellt und die Gabionen aufgestellt.

Druidenstein – Freilichtspiele von 1952 bis 1961

Der Druidenstein gilt von jeher als einer der schönsten Ausflugsziele in der Region. Für unsere Vorfahren, die Kelten und Germanen, war er eine richtige Kult- und Opferstätte. Auch in neuerer Zeit wurden am Fuße des Druidensteins von den Bewohnern der umliegenden Ortschaften Volksfeste gefeiert. Im Jahre 1920 wurde der Kreuzwegverein Herkersdorf gegründet. Durch Theateraufführungen und Passionsspiele konnte 1927 eine wunderschöne und aus heimischen Stufen geschaffene Kreuzweganlage eingeweiht werden.

1946 wurde dann der Kath. Kirchbauverein Herkersdorf-Offhausen gegründet. Der neue Verein machte es sich zur Aufgabe, so schnell wie möglich, am Fuße des Kreuzweges ein Gotteshaus zu erstellen. Zur Finanzierung des Baues wurde wieder eine Theaterabteilung gebildet, die unter der Leitung von Robert Weinbrenner von Anfang an eine beachtliche Leistung zeigte und die ersten großen Einnahmen brachte.

Statt Kirche kam die Freilichtbühne

Da trotz aller Erfolge die Mittel für den Bau einer Kirche bei weitem nicht ausreichten, kam man im Winter 1951/52 auf die Idee, eine Freilichtbühne am Druidenstein zu errichten. Diese Idee fand helle Begeisterung, zumal ja in beiden Orten von jeher das Laienspiel gepflegt wurde. So konnte dann mit dem Bau einer großen Zuschauertribüne mit stolzen 1200 Sitzplätzen begonnen werden.

Zunächst musste Geld und Material für eine große Tribüne beschafft werden. Der verheerende Schneebruch im Winter 1952 half. Die Haubergsgenossenschaft stellte gebrochene Fichten zur Verfügung. Zwei Siegerländer Firmen, das Reichsbahnausbesserungswerk in Betzdorf und die Firma Krages in Scheuerfeld lieferten das Bauholz. Fast alle Einwohner Herkersdorfs fassten mit an und schufen in kurzer Zeit unter den Bäumen vor dem Druidenstein eine Tribüne, die 1200 Personen bequem Platz bot.

Nachdem zwischenzeitlich eifrig geprobt wurde, konnte an Pfingsten 1952 das erste Stück Es werde Licht von dem Heimatdichter Stefan Utsch,´dessen Vorfahren, aus Brachbach stammten, uraufgeführt werden. Es zeigte den ersten Zusammenstoß des Christentums mir dem Heidentum als Handlung aus dem 8. Jahrhundert. Das gesamte Terrain des Felsens gab der Szenerie eine gewaltige Kulisse. Reger Andrang herrschte an allen Aufführungstagen.

Bereits nach 5 Jahren hatten weit über 100.000 Menschen die Freilichtspiele am Druidenstein besucht. Im Theaterheft 1957 heißt es:
Welche kühne Phantasie hätte bei der Gründung der Freilichtspiele im Jahre 1952 an eine solche erfolgreiche Entwicklung gedacht? Der Druidenstein, nach alter Sage eine Stätte aber Götterkultur, wurde durch die mutige Idee und die Initiative weitschauender Männer in wenigen Jahren zu einem Volkstheater von großem Format gestaltet, dessen künstlerischer Ruf weit über die Grenzen des Siegerlandes gedrungen und in der Bundesrepublik bekannt geworden ist. Die Leistungen der beiden Autoren, Rudolf und Stefan Utsch, und der Darsteller fanden ihre Würdigung in den Kritiken der großen Presse und des Rundfunks. Vor allem aber zeigte der Beifall von Tausenden, die im Sommer aus allen Himmelsrichtungen zu Fuß oder mit motorisierten Mitten zu dem sagenumwobenen Stein kamen, dass die den Volkscharakter unserer Heimat sowie Sitten und Bräuche seiner Bewohner Urzeit bis zur Gegenwart prägenden Spiele einen großen Widerhall in den Herzen der heutigen Menschen gefunden haben.

Zu den berühmtesten Akteuren gehörte auch Edmund Mertens aus Offhausen.

Verfasser: Dieter Ermert

Fotos Druidenstein-Festspiele

Historische Programmhefte

Die historischen Programmhefte der Druidenstein-Festspiele stehen hier zur Verfügung:

Programmheft 1952: Es werde Licht
Programmheft 1953: Der große Sturm
Programmheft 1954: Wandulf der Waldschmied
Programmheft 1955: Schulze Heinrich
Programmheft 1956: Schinderhannes Programmheft 1957: Varus und Arminius
Programmheft 1958: Aufstand der Fuhrleute
Programmheft 1959: Die Geburt des Rubens
Programmheft 1960: Der Wunschkönig
Programmheft 1961: Die Siegerländer Eisenbahn