GeoBlick Stadt Wirges (Wirges)
| Historisches Wirges (Wirges) | |
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| GeoBlick an der Georoute Glasstadt Wirges | |
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In Ausblick in die Erdgeschichte
Im Naturraum der Montabaurer Senke rund um Wirges erstreckt sich eines der bedeutendsten Tonabbaugebiete Europas. Landschaft und Menschen wurden hier durch das „weiße Gold“ des Westerwaldes geprägt.
Äonen der Erdgeschichte umfasst der Ausblick am Fuße des Steimel. Dass der Ursprung von allem auf dem Meeresgrund lag, ist heute kaum vorstellbar: Vor etwa 400 Millionen Jahren, während der Devonzeit, wurden am Grunde eines Meeres mächtige Schichten aus Sand und Schlamm abgelagert, herbeigetragen durch
Flüsse. Aus ihnen wurden im Laufe der Jahrmillionen Sand- und Tonsteine.
Im Zeitalter des Karbons wanderte der damalige Südkontinent Gondwana, zu dem das heutige Afrika gehörte, nach Norden und kollidierte mit dem Nordkontinent Laurussia - ein geologischer Auffahrunfall. Dabei schob Gondwana die zwischen den Kontinenten liegenden Gesteinsablagerungen wie ein Bulldozer vor sich her.
Vor etwa 370 bis 320 Millionen Jahren wurden die devonzeitlichen Meeresablagerungen dann durch Druck weiter verfestigt, in Falten gelegt, zerbrochen, über den Meeresspiegel gehoben und teilweise auf das nördliche Festland aufgeschoben. Die Kollision der Kontinente türmte so ein Gebirge auf, das in unserem Bereich als Rheinisches Schiefergebirge bezeichnet wird. Dieses unterlag in der Folgezeit ständig der Verwitterung und Abtragung. Dabei bildete sich eine mächtige Verwitterungsdecke aus tonig-lehmigem Material.
Im Erdmittelalter und in der frühen Erdneuzeit wurden diese tonigen Verwitterungslehme teilweise umgelagert und in ausgedehnten Flussebenen und Seenlandschaften abgesetzt: Die Tonlagerstätten des Westerwaldes wurden geboren.
In der Erdneuzeit, während des Tertiärs vor etwa 25 Millionen Jahren, setzte im Westerwald starker Vulkanismus ein. Dabei entstanden die weit verbreiteten vulkanischen Gesteine Trachyt, Andesit, Phonolith und der Basalt, der auch die Kuppe des hier angrenzenden Steimels bildet.
Das heutige Antlitz der Landschaft wurde jedoch erst während des Quartärs, auch das Eiszeitalter genannt, geprägt. Es kam zu Abtragung und Verwitterung. Flüsse und Bäche schnitten sich tief in die Landschaft ein und transportierten den Abtragungsschutt in die Täler. Die harten, vulkanischen Gesteine leisteten größeren Widerstand und bilden heute meist markante Bergkuppen wie beispielsweise den Fussenacker südlich von Staudt oder den Himmelberg. Die Montabaurer Höhe mit dem Köppel und der Alarmstange sowie die Emsbach-Gelbach-Höhen bestehen hingegen aus devonzeitlichen Sandsteinen und Tonschiefern.
Verfasser: Christoph Eul und Roger Lang