Grube Eupel (Hövels)

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Grube Eupel
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Steckbrief
Erste Verleihung: 1652
Schachtteufe: xxx
Minerale: Blei, Kupfer, Spateisen
Belegschaft: 500 Mann
Gesamtförderung: 3,9 / 4,2 Mio. T
Stilllegung: 1964
direkter QR-Code: www.qltr.de/qrka0245
Beitrag gefördert durch
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Die Anfänge der Grube Eupel

Das Bergwerk Eupel wird bereits 1652 als Grube „Aepel“ benannt. Dabei handelte es sich um einen oberflächennahen Pingenbergbau. Die Ursprünge des Bergbaus lassen sich hier nicht mehr nachvollziehen. Somit gehört diese Grube zu den ältesten im Wisserland. 1793 geht das Bergwerk an die Wendener Hütte, die von der Gewerkschaft Remy und Bayer betrieben wird.[1].

Die Familie Remy beherrscht in der Folge von Bendorf aus den regionalen Stahlmarkt und erlangt auch auf internationalen Märkten Bedeutung.

1865 besteht der Betrieb der Grube Eupel aus zwei übereinanderliegenden Stollen und wird anschließend um einen Kunstschacht mit Dampfpumpe erweitert. Im Jahr 1867 beträgt die Förderung 10.842 t/a. [2].

Nach einigen anderen Besitzern erwirbt 1872 Alfred Krupp das Bergwerk. Der bisher eher unbedeutende Betrieb erfährt nun einen deutlichen Aufschwung und erreicht mit den Förderzahlen eine damals mittlere Größe im Siegerland. Das Bergwerk wurde nun mit einer 930 m langen Pferdebahn an die Bahnstation Niederhövels angebunden.

Die Erzförderung steigerte sich bis 1873 auf 20.269 t/a. Somit gehörte die Grube Eupel zu den zehn bedeutendsten Gruben des Siegerlandes. Der Betrieb besaß eine kleine Aufbereitung und eine Röstung [3]. Die Gänge der Grube Eupel bestanden, sofern sie abbauwürdig waren, aus Spateisenstein, in dem Kupferkies eingesprengt war. Häufige Gangartminderale waren Quarz und Dolomit.1894 wurde die Grube vorübergehend stillgelegt [4].

Die Vereinigung von Glücksstern und Rasselskaute

In den 1950er Jahren erreichte die Grube Eupel eine mittlere Größe im Siegerländer Erzbergbau erreicht. Die Förderung lag bei 89.510 t/a bei einer Belegschaft von 293 Mann [5]. Nach der Gründung der Erzbergbau Siegerland AG 1953 wurden die Bergwerke Grube Rasselskaute und Grube Glücksstern an die Grube Eupel angebunden.Dies erfolgte auf der 300-m-Sohle. Diese neue Betriebsgemeinschaft begann mit dem Abbau der unterhalb dieser Sohle deutlich zunehmenden Spateisensteingänge. Da die Grube Eupel zu diesem Zeitpunkt bereits eine Teufe von 600 Metern erreicht hatte, wurde hier der Betrieb gestundet und man konzentrierte sich auf die anderen beiden Abbaubereiche. Die Spateisensteinvorkommen zeigten sich hier jedoch teilweise stark gestört oder hatten einen mäandrierenden Verlauf [6].

Die Förderung wurde bis 1959 auf 126.600 t/a gesteigert. Die Belegschaft wuchs auf 474 Mann an [7]. Die Förderung der Erze erfolgte nun durch den Schacht Eupel, der 1961 eine moderne Skipförderung bekam. Die Bergeförderung und die Seilfahrt erfolgte durch die Schächte Glücksstern und Rasselskaute [8]. Technische Neuerungen liefen die Effizients der Grube sprunghaft ansteigen.

Konzentration auf Reutersbruch

Nach der Stilllegung der Katzwinkeler Anlage der Grube Vereinigung 1958 konzentrierte man sich nun von Grube Eupel aus auf den Abbau im Feld Reutersbruch. Hier wurde der Abbau bis auf die 710-m-Sohle erweitert. 1960 wurden die Betriebseinheiten Vereinigung/Reutersbruch und Eupel-Glücksstern-Rasselskaute zur Verbundanlage Eupel-Vereinigung-Alte Hütte umgebildet.

Die Verbundgrube war der zweitgrößte Betrieb im Siegerland geworden und erreichte 1961 eine Förderung von 263.138 t/a bei 527 Mann Belegschaft[9]. Die zunehmenden Absatzprobleme und der sinkende Erzpreis führte 1963 zur Stilllegung der Abbaue im Feld Reutersbruch und damit zur endgültigen Schließung der Grube Vereinigung.

Verbundanlage Eupel-Wingertshardt

Gleichzeitig wurde die Verbundanlage Eupel-Wingertshardt weiter vorangetrieben. Auf der 480-m-Sohle der Grube Eupel wurde eine Verbindungsstrecke aufgefahren. Die Planungen sahen eine Förderung von 405.000 t/a vor. Zudem sollte eine moderne elektromagnetische Rostaufbereitung und eine Haufwerksröstung auf Grube Eupel gebaut werden. Diese sollte die Zentralaufbereitung in Wissen ersetzen. Gemeinsam mit der Verbundanlage Füsseberg-San Fernando hätte der Siegerländer Erzbergbau eine Eisenerzförderung von 1.000.000 t/a erreichen können.

Die Strukturkrise der 1960er Jahre führte jedoch dazu, dass die Hütten in Deutschland mit günstigerem Erz aus dem Ausland versorgt wurden. Die Förderung auf Grube Eupel wurde daher im Februar 1964 eingestellt[10].

Die Förderzahlen der Grube Eupel werden in Summe mit 3,9 Millionen Tonnen Erz angegeben. Betrachtet man den Grubenverbund Vereinigung-Wingertshardt, so wurden insgesamt 4,52 Millionen Tonnen Roherze gefördert. Die Belegschaft belief sich auf bis zu 500 Mann[11].

Verfasser: Christoph Eul und Roger Lang
Stand: 10/2025

  1. Gleichmann, H. D. (1994): Die Verbundanlage Eupel- Wingertshardt bei Wissen-Niederhövels im Siegerland (Dokument). Vereinigung der Freunde des Deutschen Bergbau-Museums Bochum e.V., S. 26
  2. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 518
  3. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 518
  4. Gleichmann, H. D. (1994): Die Verbundanlage Eupel- Wingertshardt bei Wissen-Niederhövels im Siegerland (Dokument). Vereinigung der Freunde des Deutschen Bergbau-Museums Bochum e.V., S. 27
  5. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 519
  6. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 137
  7. vgl. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 519
  8. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 137
  9. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 521
  10. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 521
  11. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 519