Grube Vereinigung (Katzwinkel)

Aus QR-KULTUR
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grube Vereinigung
GeoStation im
Nationalen GEOPARK
Westerwald-Lahn-Taunus
Die Karte wird geladen …
Steckbrief
Erste Verleihung: 1837
Schachtteufe: ca. 710 m
Minerale: Blei, Kupfer,
Spateisen, Brauneisen
Belegschaft: 800 Mann
Gesamtförderung: 11,2 Mio. T
Stilllegung: 1963
direkter QR-Code: www.qltr.de/qrka0251
Beitrag gefördert durch
LEADER-Kennzeichnung 23.png

Die Grube Vereinigung war in der vorindustriellen Zeit nur in geringem Umfang betrieben worden. 1837 kam es zu einer Verleihung nach Bergordnung und wurde von diesem Zeitpunkt an ununterbrochen betrieben. Die Anlage verfügte bereits über ein Pochwerk und eine Handsetzwäsche. Die Eisenerze wurden über 9 km mit Pferdefuhrwerken zur Davidshütte bei Steeg im Wisserbachtal, die 1836 neu errichtet worden war, transportiert[1].

In den oberen Teufen bis etwa 50 m herrschte Brauneisenstein vor, in dem auch Zink, Blei- und Kupfererze eingelagert waren. Mit zunehmender Teufe bestand das Erzvorkommen aus überwiegend reinem Spateisenstein [2].

Die Erzlagerstätten der Grube Vereinigung waren die größten im Wisserland. Eine größere Ausdehnung erlangte der Bergbau jedoch erst in den 1850er Jahren, als die Wissener Hüttengesellschaft die Grube erwarb.

1860 wurde ein erster Tiefbauschacht angelegt. 1884 wurden bereits 25.417 t/a Spateisenstein gefördert. Hinzu kamen 48 t/a Bleierze und 472 t/a Kupfererze. Bis 1906 ging die Förderung jedoch wieder auf 15.000 t/a zurück. Ein Grund war hier die zunehmende Verquarzung des Erzvorkommens und die damit verbundene Reduzierung der Abbauwürdigkeit[3]. Nach der Umstellung der Wissener Hütte auf Koksbetrieb 1861 wurden die Erze der Grube Vereinigung mit einer Pferdebahn nach Brückhöfe transportiert[4].

Die Tagesanlagen werden erweitert

1881 wurde ein neuer Tagesschacht geteuft. Um die Jahrhundertwende richteten die Vereinigten Stahlwerke van der Zypen und Wissener Eisenhütte AG einen weiteren Tagesschacht ein und nahmen auch unter Tage Modernisierungen vor.[5]

Schacht II, der 1915 in Betrieb ging, war der Förderschacht. Von hieraus wurde das Erz mit einer Grubenbahn über 14 Kilometer bis zur Aufbereitungsanlage Alte Hütte in Wissen transportiert [6].

1926 ging der Betrieb in die Vereinigte Stahlwerke AG über und wurde mit einer untertägigen Förderanlage modernisiert. Mit 192.000 t/a und 800 Mann Belegschaft war das Bergwerk das größte im gesamten Siegerland. Die Förderung konnte in diesem Umfang bis in die 1940er Jahre aufrechterhalten werden.[7] Auf der 660 Meter-Sohle erreichten die Vorkommen immerhin eine Ausdehnung von 3.500 m² Gangfläche. Die Vorkommen nahmen zur Teufe hin ab und endeten auf der 1.000 Meter-Sohle.[8]

1951 setzte man noch eine Verbindungsstrecke zur Grube Friedrich an, die jedoch bereits nach 850 m eingestellt wurde. Zwischenzeitlich war das Bergwerk bei Niederhövels geschlossen worden [9].

1958 war der Hauptgang völlig abgebaut. Nach dem 2. Weltkrieg, ab 1947, hatte man bereits das Bergwerk bis zur 660 Meter-Sohle wieder unter Wasser gesetzt und mit Untersuchungsarbeiten oberhalb begonnen. Neue Erzvorkommen konnten aber keine mehr gefunden werden. In der letzten Phase des Bergbaus auf Grube Vereinigung wurden daher noch Restvorkommen in höheren Teufen abgebaut. 1961 betrug die Roherzförderung nur noch 5.175 t/a.[10]

1959 wurde der Grubenbetrieb in der Betriebseinheit Grube Vereinigung stillgelegt. Auf der 1.000 Meter-Sohle hatte die Verquarzung so stark zugenommen, dass ein Weiterbetrieb aussichtslos wurde.ref>


vgl. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 516 </ref>

Von der 660 Meter-Sohle aus waren zudem nach dem 2. Weltkrieg die Grubenfelder Rose und Reutersbruch angefahren worden. Das Gangmittel Rose erreichte man 1949. Dieses war stark verrauht und nicht abbauwürdig. Weitere Untersuchungsarbeiten im Feld Rose blieben ebenfalls ohne Erfolg. Hierzu wären von Grube Wingertshardt aus weitere 2.630 m neue Strecken erforderlich gewesen.

1953 wurde der Gang Reutersbruch angefahren, auf dem man noch einmal 1.000 m² Gangfläche aufschließen konnte, von der 910 m² abbauwürdig waren. Für den Abbau im Feld Reutersbruch wurden alleine 2.420 Meter Strecken angelegt. Die neu angetroffenen Erzvorkommen führten von 1953 bis 1955 zu einer weiteren Erschließung auf der 460 Meter-Sohle. Hier waren die Erze aber nicht abbauwürdig.

Die Grube Vereinigung diente nun als Förderstätte für das Feld Reutersbruch, welches mit einer neuen Strecke unterfahren wurde. Von der 660 Meter-Sohle aus wurde ein Blindschacht bis zur 710 Meter-Sohle abgeteuft. Hier traf man noch fast kupferfreien Spateisenstein in hoher Qualität an.[11]

Der Abbau erfolgte noch bis 1963. Absatzprobleme führte dann zur Stilllegung des Feldes Reutersbruch. Damit kam auch der Betrieb auf Grube Vereinigung völlig zum Stillstand.[12]

Betrachtet man den Grubenverbund Vereinigung-Wingertshardt, so wurden insgesamt 11,2 Millionen Tonnen Roherze gefördert. Die Belegschaft belief sich auf bis zu 800 Mann.[13]

Verfasser: Christoph Eul und Roger Lang
Stand: 10/2025

  1. vgl. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 516
  2. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 121
  3. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 122
  4. vgl. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 516
  5. vgl. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 517
  6. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 121
  7. vgl. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 517
  8. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 119
  9. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 123
  10. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 121
  11. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 123
  12. vgl. Gleichmann, H. D. (1986): Die ehemaligen Eisenerzgruben im Wissener Raum (Dokument). Bertelsmann, S. 521
  13. vgl. Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf, S. 119