Historisches Wirges (Wirges)
| Historisches Wirges (Wirges) | |
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| GeoStation an der Georoute Glasstadt Wirges | |
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Von der Landwirt schaft geprägt
Wirges wird urkundlich das erste Mal im 10. Jahrhundert erwähnt. Im 15. Jahrhundert leben hier etwa 16 Familien, 1563 sind es bereits 53. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) ging die Zahl auf 29 zurück, um bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wieder auf 100 Familien anzusteigen.
1773 wurde die bestehende Kirche in Wirges durch eine größere ersetzt. An Stelle des alten Kirchenschiffs wurde ein basilikaähnliches Langhaus gebaut. 1775 wurde die neue Kirche eingeweiht.
Bereits 1848 dachte man über einen Neubau der Kirche nach. Dies führte nach Baubeginn zunächst zu einem langwierigen Gerichtsstreit mit den damaligen Landesherren, die ihren Beitrag dazu leisten sollten. Erst 1879, nach verschiedenen politischen Umbrüchen, wurde der Bau fortgesetzt. Der Kirchturm wurde abgerissen und erneuert. Das Schiff und der Chor blieben erhalten und wurden erweitert. Ende des 19. Jahrhunderts brachte der „Kulturkampf“ zwischen dem Preußischen Staat und der katholischen Kirche den Bau wieder zum Erliegen. 1884 wurde der Weiterbau der Pfarrkirche mit neuen Plänen beschlossen. Ein neues Langhaus und ein neuer Turm kamen hinzu. Schließlich konnte 1887 die neue katholische Kirche St. Bonifatius – der Westerwälder Dom – eingeweiht werden.
Der Ort war über Jahrhunderte landwirtschaftlich geprägt. Noch im Gemeindebericht des Jahres 1860 wird erwähnt, dass beinahe bei jedem Haus ein Stall mit Vieh stand. 1823 wird Wirges ein guter Bauzustand mit größtenteils gepflasterten Straßen bescheinigt. Die reichen Tonvorkommen ließen hier, wie auch in zahlreichen anderen Orten im Kannenbäckerland, das Handwerk der Krugbäcker heimisch werden. In der Folge entstanden im Ort acht Krugfabriken, die den hochwertigen Ton für die Herstellung des „feinen Höhrer Geschirrs“ aus der direkten Umgebung bezogen.
Der Wandel vom Bauerndorf zum Industriestandort wird 1911 beschrieben. Der Bau der Eisenbahn und einer neuen Fabrik hatten die Einwohnerzahl von 1.100 auf über 3.000 ansteigen lassen. Neben den Krugfabriken boten auch Holzwerkstätten und ein Phonolitsteinbruch am Hölzberg lohnende Arbeit.