Naturstein – Begleiter in unserem Alltag (Basalt-Meile)

Aus QR-KULTUR
Wechseln zu: Navigation, Suche


Naturstein –
Begleiter in unserem Alltag
(Basalt-Meile)
GeoStation an der
GeoRoute
Tertiär - Industrie -Erlebnis Stöffel-Route
Die Karte wird geladen …
verwendbare QR-Codes
direkter QR-Code: www.qltr.de/qrka0235

Naturstein - Begleiter in unserem Alltag

Am Ende des Weges vom Felsblock zum Splitt stehen Gesteinsprodukte in verschiedenen Korngrößen. Beispiele dafür kann man hier in den nebenstehenden Säulen sehen. Zu den hier am Stöffel am häufigsten produzierten Splitten zählen solche mit den Korngrößen 2-5 mm (Säule links), 11-16 mm (Säule Mitte), und 22-32 mm.

Alle diese Splittsorten werden vorrangig im Straßenbau eingesetzt. Dazu werden sie in einer Asphaltmischanlage getrocknet, erhitzt und mit dem natürlichen Bindemittel Bitumen vermischt. Bitumen ist ein Reststoff der Erdölindustrie und im Gegensatz zu Teer nicht umweltschädlich. Seit 1984 ist die Verwendung von Teer im Straßenbau in Deutschland verboten. Wird heute eine neue Straße gebaut, nennt man diesen Vorgang daher nicht mehr „teeren“, sondern „asphaltieren“. Mit Bitumen gebundener Asphalt darf sogar in der Trinkwasserspeicherabdichtung verwendet werden.

Der Stöffelbasalt wurde zudem in Form von Steinwolle vermehrt als Dämmstoff eingesetzt. Hierzu wird der Naturstein eingeschmolzen und auf eine rotierende Scheibe geschossen. So entstehen hauchdünne Gesteinfasern, die sich zu Dämmwolle weiterverarbeiten lassen. Diese Steinwolle wird überwiegend zur Gebäudedämmung eingesetzt. Seit dem Jahr 2000 können durch neue Verfahren Dämmstoffe produziert werden, die hinterher nicht mehr als Sondermüll eingestuft werden müssen.

Natursteine wie der Stöffel-Basalt begleiten uns auch in unserem Alltag. Oft nehmen wir das gar nicht wahr. In Deutschland nimmt jede Person etwa 1 kg Naturstein pro Stunde in Anspruch. Dies geschieht beispielsweise durch die Nutzung von Straßen, Fußwegen, Gebäuden, Zügen, Flughäfen und vielem mehr. Aber auch in der Kosmetik kommen wir täglich mit Naturstein in Berührung. Gereinigt und gefärbt ersetzen glänzende Minerale hier die plastikhaltigen Glitzerpartikel. Naturstein ist somit ein Alltagsprodukt! Basalt ist zudem ein wichtiger Bestandteil im Gefahrenschutz.

Seine hohe Witterungsbeständigkeit macht diesen zum idealen Wasserbaustein. Der Basalt aus dem Westerwald wird in der gesamten Region als Absicherung der Flussufer gegen Ausspülungen und Überschwemmungen eingesetzt. Auch beim Bau der Deiche an der deutschen und niederländischen Nordsee fand der Westerwälder Basalt über Jahrzehnte Anwendung.

Blickt man heute auf den Gesteinsabbau im Westerwald zurück, so muss man sich bewusst machen, dass dieser über viele Jahrzehnte Handarbeit war. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Mechanisierung in den Betrieben deutlich zu.

Die Nutzung von Naturstein ermöglichte zu einem bedeutenden Anteil den wirtschaftlichen Aufschwung unseres Landes in den letzten Jahrhunderten. Im Westerwald leisteten Tausende Steinbrucharbeiter dazu einen herausragenden Beitrag. Fährt man heute zum Beispiel mit der Eisenbahn durch den Westerwald, so basiert dies auf der harten Arbeit der vorangegangenen Generationen.

Naturstein – Fundament der Wirtschaft

Deutschland ist ein Land mit enormem Rohstoffbedarf. Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) gibt die hierher importierten Rohstoffe für das Jahr 2022 mit etwa 343 Millionen Tonnen im Gesamtwert von rund 311 Milliarden Euro an. Damit machten die Rohstoffimporte wertmäßig etwa 20 % der gesamtdeutschen Einfuhren aus. Ein derart hoher Bedarf an Rohstoffimporten führt zu einer Abhängigkeit von den Herkunftsländern.

Umso wichtiger ist es, sich über die Bedeutung heimischer Rohstoffe bewusst zu werden. Einer der wenigen dieser heimischen und wirtschaftlich nutzbaren Rohstoffe ist Naturstein. Bedeutende Einflussfaktoren für die heimische Rohstoffgewinnung sind vor allem die innenpolitische Situation und die Akzeptanz der Rohstoffbranche in der Bevölkerung. Denn ohne den Straßen-, Gleis- und Hausbau wäre die Infrastruktur, von der wir als Gesellschaft heute profitieren, undenkbar.

Der Abbau von Naturstein ist damit ein unentbehrlicher Bestandteil der Zukunftssicherung in Rheinland-Pfalz, einem der rohstoffreichsten Bundesländer Deutschlands. Ein Großteil der hier am Stöffel produzierten Gesteinsprodukte wird im Umkreis von 30 km um den Steinbruch direkt verwendet und kommt dadurch auch unmittelbar der Region zugute. Ein kurzer Transportweg spart gleichzeitig auch große Mengen an CO2 ein und schont Ressourcen. Zusätzlich schaffen die Produktionsstätten auf dem regionalen Arbeitsmarkt Arbeitsplätze mit Perspektive.

Verfasser: Carolin Geißler, Christoph Eul und Roger Lang
Stand: 4/2025