Zentralaufbereitung (Wissen)
| Zentralaufbereitung Wissen | |
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| GeoStation im Nationalen GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus | |
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| Steckbrief | |
| Erste Betriebsphase: | 1903 |
| Stilllegung: | 1962 |
| direkter QR-Code: | www.qltr.de/qrka0253 |
| Beitrag gefördert durch | |
Die Zentralaufbereitung Alte Hütte
Der Name geht auf die Wissener Hütte zurück, die nach dem Bau der Alfredhütte „Alte Hütte“ genannt wurde. Der erste Hochofen wurde hier 1766 erwähnt. Dieser wurde mit Holzkohle betrieben und arbeitete nur an wenigen Wochen im Jahr. Die Erze wurden zu dieser Zeit überwiegend von der Grube Wingertshardt bezogen (Gleichmann, 1986, S. 516). Nach dem Bau der Köln-Gießener Eisenbahn durch das Siegtal im Jahr 1861 wurde die Holzkohle durch Koks ersetzt. Der permanente Brennstoffnachschub ermöglichte nun wesentlich mehr Arbeitstage.
Die Grube Vereinigung in Katzwinkel wurde mit einer Grubenbahn, die zunächst eine Pferdebahn war, an die Wissener Hütte angebunden und war, mit weiteren Gruben, die Erzgrundlage für den Hüttenbetrieb (Hoffmann, 1964, S. 142). 1890 wurde die Grubenbahn auf Dampflokbetrieb umgestellt (Gleichmann, 1986, S. 517). 1873 wurde die Alfredhütte von der Wissener Bergwerks- und Hütten AG direkt am Bahnhof Wissen gebaut. Nachdem im Jahr 1897 noch die Heinrichshütte in Hamm (Sieg), mit samt den Gruben um Hamm erworben wurde, konnte nach und nach auf die „Alte Hütte“ in Brückhöfe verzichtet werden. 1901 wurde diese dann stillgelegt und als Röstanlage für die Erze der Grube Vereinigung weiterbetrieben (Hoffmann, 1964, S. 142).
Vereinigten Stahlwerke van Zypen und Wissener Eisenhütte AG
1903 wurden die „Vereinigten Stahlwerke van Zypen und Wissener Eisenhütte AG" gegründet, die nun Eigentümer der Hütten und Bergwerke wurde. Ab 1922 wurden auch die Erze der |Grube St. Andreas in Bitzen und der Grube Petersbach in Eichelhardt mit Seilbahnen zur Aufbereitung „Alte Hütte“ transportiert. Zeitgleich wurde die Anlage mit leistungsfähigen Lesebändern und einer Setzmaschine ausgestattet. Hierdurch entstand für den gesamten mittleren Abschnitt des Siegerländer Bergbaugebietes eine Zentralaufbereitung. 1931 wurden sechs neue Röstöfen mit mechanischem Austrag errichtet (Hoffmann, 1964, S. 142).
Die Anlage wurde so bemessen, dass neben der Grube Vereinigung auch die Förderung der beiden Gruben Petersbach und St. Andreas durchgesetzt werden konnte. Die Gesamtanlage erreichte eine Kapazität von 300.000 t/a und sicherte durch die Kosteneffizienz die Existenz der angebundenen Bergwerke. Dies sollte auch noch nach dem Ende der Eisenverhüttung in Wissen so bleiben. Nun brachte man das aufbereitete Erz mit der Eisenbahn zu den Hütten an Rhein und Ruhr (Gleichmann, 1986, S. 519).
1926 gingen Hütten, Aufbereitung und Gruben in den Besitz der neu gegründeten „Vereinigten Stahlwerke AG“ über. Die Gruben und Aufbereitungen wurden in den „Rohstoffbetrieb der Vereinigten Stahlwerke GmbH“ eingegliedert (Hoffmann, 1964, S. 143). Nach den Schließungen der Grube St. Andreas in Bitzen im Jahr 1931 und der Grube Petersbach 1937 war die Zentralaufbereitung auf die Förderung der Gruben Vereinigung und Wingertshardt angewiesen. Eine Seilbahn zur Grube Friedrich wurde nur kurz betrieben und nach deren Schließung 1954 wieder abgebrochen. Die immer höher werdenden Ansprüche der Hütten an die Qualität der Erze sowie die im Wisserland zunehmende Verquarzung der Vorkommen erforderte 1955 den Bau einer Schwimm- und Sinkanlage sowie einer Feinkorn-Setzwäsche. Schwierigkeiten machten auch die kupferhaltigen Erze der Grube Eupel. Diese wurden nun auch mehr und mehr der Rohspataufbereitung Alte Hütte zugewiesen, da die Aufbereitungsanlagen auf der Grube selbst nicht mehr ausreichten. Hierdurch konnten die wegen Erschöpfung der Vorkommen weniger werdende Förderunge auf Grube Vereinigung kompensiert werden.
1959 wurden täglich 400 t Roherz über die Grubenbahn der Grube Vereinigung antransportiert. Zusätzlich kamen nun weitere 400 t Roherze mit dem LKW von der Grube Eupel durch das Siegtal (Hoffmann, 1964, S. 143). Die bei der Aufbereitung anfallenden Kupfer-, Blei- und Zinkerze wurden seit 1935 bei der Grube Viktoria im Bergamt Siegen aufbereitet. Im Jahr 1952 waren dies beispielsweise 76.800 t Rohhaufwerk. Im Zeitraum von 1935 bis 1952 wurden hier insgesamt 760.000 t Rohhaufwerk durchgesetzt und daraus 12.303 t Zink, 3.902 t Blei und 4.643 t Kupfer gewonnen (Hoffmann, 1964, S. 143).
Verfasser: Christoph Eul und Roger Lang
Stand: 10/2025