Grube Georg (Willroth): Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 11. September 2025, 11:01 Uhr

Grube Georg (Willroth)
GeoPunkt im
Nationalen GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus
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Steckbrief
Erstverleihung: 0000
Besuch auf dem Förderturm
Adresse: Grubenstraße
56594 Willroth
Internetseite: www.vg-ak-ff.de
Telefon Tourist-Büro: 02681 85 193
Öffnungszeiten: nach Anmeldung
Gruppenführungen nach Anmeldung
QR-Codes mit Weiterleitungsseiten
www.qltr.de/wke005 www.qltr.de/eb004
direkter QR-Code zur Seite
www.qltr.de/qrka0023


HINWEIS: In der Kategorie "Grube Georg (Willroth)" finden Sie weitere Artikel und Literaturhinweise.



Das heute noch weithin sichtbare Fördergerüst der Grube Georg an der Autobahn A3 ist das letzte des Westerwälder-Siegerländer Erzbergbaus. Im Rahmen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Bergwerk zu einem der bedeutendsten in der Region.

Die Anfänge auf dem Willrother Berg

[1]


Die erste Maschinenschachtanlage[2]

Der Willrother Bergbau, der seit 1769 im Abbau stand, unterstand dem Sayner Hüttenamt. Der Pingenbetrieb erwies sich hier als ergibig. Zur Teufe hin trat hier schnell Spateisenstein auf. Der oberflächennahe Brauneisenstein kam nur in geringen Mengen vor. In den oberen Teufen traten anfangs noch starke Blei- und Kupfererze auf, die dann jedoch schnell weniger wurden.

Bereits 1811 entscheid man sich daher zum Bau des "Tiefen Georgstollens", der das Vorkommen in etwa 70 Metern Teufe unterfuhr und den Betrieb in das tieferliegende Grenzbachtal entwässerte.
Der Abbau in ersten Gesenken auf der Stollensohle zeigte sich weiter ergibig, so dass man sich spätestens 1869 für den Bau einer Schachtanlage entschied. Bereits 1857 hatte man die ebenfalls auf dem Horhauser Gangzug liegende Grube Griedrich Wilhelm als erstes Bergwerk in der Region mit einer Dampfmaschine ausgestattet. Diesem Beispiel wollte man nun folgen. Diese Anlage diente für die nächsten 30 Jahre als Förderschacht

Ein zweiter Schacht?[3]

Im Jahr 1901 findet sich im Zechenbuch ein Vermerk, dass man etwa 100 Meter südwestlich des ersten Maschinenschachts einen neuen Schacht abteufen wird. Vermutlich war dies aufgrund der zu kleinen Dimension des bisherigen Maschinenschachts erforderlich geworden. Dieser sollte mit Querschlägen auf der 100- und 195-Meter-Sohle angebunden werden. Beim Vortrieb traf man hier jedoch auf schlechte geologische Verhältnisse. Zudem hatte man in der Nähe des Schachtpunktes abbauwürdige Erzvorkommen angetroffen, so dass man das Vorhaben einstellte.

Die Grube gewinnt an Teufe[4]

Bereits im September 1902 steht die Grube wieder in vollem Betrieb. Die Erweiterung des Schachtes hatte man auch für das weitere Abteufen genutzt. 1903 wird die 231-Meter-Sohle aufgeschlossen. Kurz zuvor, im Jahr 1898 hatte man bereits den Förderturm in ein Stahlgerüst umgebaut. Mit der Erweiterung der Seifahrtgenehmigung konnte man nun den Betrieb der Grube Georg deutlich verbessern.

Zwischen 1929 und 1932 wird das Eiserne Fördergerüst erneuert.


Ursprünglich besaß die Grube Georg zwei Schächte. Der noch heute erhaltene Förderturm über Schacht II mit der Hängebank wurde erst Anfang der 1950er Jahre errichtet. Nur 10 Jahre später führte die Weltwirtschaftskrise zum Zusammenbruch des Westerwälder-Siegerländer Erzbergbaus.

1965 musste auch die Grube Georg als eines der letzten Erzbergwerke in der Region schließen. Die Tagesanlagen wurden auf Abbruch verkauft. Der Abriss erfolgte jedoch nur teilweise, so dass der Förderturm mit der Hängebank und das Zechenhaus als Industriedenkmal unter Schutz gestellt werden konnten.

Das 56 Meter hohe Industriedenkmal Grube Georg kann auch besichtigt werden. An jedem dritten Samstag von April bis Oktober können Besucher den Aufstieg bis zu den Seilscheiben wagen. Im Inneren der ehemaligen Aufbereitungsanlage befindet sich eine Ausstellung mit historischen Fotoaufnahmen und Relikten aus der Betriebszeit der Grube.

Fotos von Grube Georg


Verfasser: Christoph Eul und Roger Lang

  1. ↑ Hoffmann, A. (1964): Beschreibung rheinlandpfälzischer Bergamtsbezirke - Betzdorf. Glückauf
  2. ↑ vgl. Schäfer, A. (2020): Die erste Maschinenschachtanlage auf Grube Georg (Dokument). unveröffentlichtes Manuskript
  3. ↑ vgl. Schäfer, A. (2020): Die erste Maschinenschachtanlage auf Grube Georg (Dokument). unveröffentlichtes Manuskript
  4. ↑ vgl. Schäfer, A. (2020): Die erste Maschinenschachtanlage auf Grube Georg (Dokument). unveröffentlichtes Manuskript