Der Goldene Mann (Girkenroth)

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Ruhberg (Girkenroth)
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Außer den Raubrittern von Weltersburg und Molsberg lebten im ausgehenden 14. Jahrhundert auch die Ritter von Ottenstein in ihrer Burg zwischen Weltersburg und Girkenroth. Im Gegensatz zu ihren benachbarten Raubgesellen hatten sie ihre ritterliche Ehre bewahrt und waren daher im ganzen Land bekannt und beliebt.
Damit waren sie ihren räuberischen Nachbarn ein Dorn im Auge. Diese beschlossen, die Ottensteiner zu überfallen und auszurauben. Um die Ottensteiner in Sicherheit zu wiegen, luden sie diese zu einem Festgelage ein.

In einer Nacht zuvor, so erzählt man sich, hatten jedoch alle Bewohner von Ottenstein denselben Traum, in dem sie sahen, wie die Weltersburger und Molsberger ihre Burg ausraubten. Das Vorhaben der Räuber wurde durch entsandte Spione bestätigt. Die Ottensteiner nahmen daraufhin all ihre Edelmetalle, schmolzen sie ein und formten daraus einen goldenen Mann.
Sie warteten eine Nacht ab, in der die Raubgesellen wieder einmal beim Saufgelage waren, schleppten den Goldenen Mann zum Ruhberg, der im Volksmund auch „Lah“ oder „Laa“ genannt wird und vergruben ihn dort.
Schließlich überfielen die Raubritter die Burg Ottenstein. Aus Wut, den erwarteten Reichtum nicht zu finden, erschlugen sie alle Bewohner. Als Andenken an diese Tat war eines Morgens der Ottenstein, ein riesiger Findlingsblock von eigentümlicher Form, an der Ostseite des Wäldchens Ottenstein vorhanden‚ der sich beim Mittagläuten einmal um sich selbst dreht. Nur Sonntagskinder mit reinem Gemüt können dies sehen - bislang konnte noch niemand es erleben!

Verfasst auf der Grundlage örtlicher Überlieferungen durch: Roger Lang